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Mehr als 30 Jahre verbunden - Interview mit der Frau Sabine Hein

Nach mehr als drei Jahrzehnten beim Bildungszentrum des Einzelhandels (BZE) verlässt die Assistentin des Geschäftsführers Sabine Hein die Bildungseinrichtung aus Springe.


Frau Hein, Ihre berufliche Zeit im Bildungszentrum des Einzelhandels in Springe geht dem Ende entgegen. Der Ruhestand steht bevor. Wer das BZE kennt, kennt auch Sabine Hein. Wie lange sind Sie hier Ihrer Tätigkeit nachgegangen?
Es sind Ende März 30 Jahre und neun Monate, die ich beim BZE arbeite.

30 Jahre bei ein und demselben Arbeitgeber. Das gibt es heute kaum noch. Wenn Sie zurückdenken, was sind die markanten Meilensteine die in Erinnerung bleiben werden?
Als ich angefangen habe, hatten wir 163 Betten oder 165. Und es gab nur am Kurzen Ging Haus 1 mit Block A, B und C. 1990 gab es dann den Neubau. 2000 kam dann das Haus 2 in der Johann-Heinrich-Schröder-Straße hinzu. Und dann kam gegen 2008 das Haus 3 dazu. Es folgten die Standorte in Neu Königsaue und Goslar. Das sind die Meilensteine, wo viel passiert ist.

Wie viele Betten gibt es heute in den Bildungseinrichtungen des BZE?
Wir sind heute in der Lage, 600 Betten für die Teilnehmer an unseren Lehrgängen zur Verfügung zu stellen. Kaum zu glauben, wenn man sieht, wo wir gestartet sind.

Im Laufe der Zeit sieht man viele Menschen kommen und gehen. Beschreiben Sie doch bitte einmal, wie Sie diesen Veränderungsprozess wahrgenommen haben.
Es stimmt, dass bei einer so langen Zeit von den Menschen, die da waren, als ich angefangen habe beim BZE kaum noch jemand mit von der Partie ist. Wenn ich so recht darüber nachdenke, ist eigentlich keiner so lange dabei wie ich jetzt.

Sind die Abläufe anders geworden?
In den letzten Jahren hat sich ganz, ganz viel getan beim BZE. Nicht nur in Sachen Ausstattung der Hörsäle und der Qualität der Unterkünfte für die hier untergebrachten Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Auch die Prozesse bei uns im Haus sind moderner, schneller und digitaler geworden.

Das erfordert Anpassungsbereitschaft.
(Lacht) Die habe ich gehabt. Man muss flexibel sein, umdenken und umlernen, um sich auf neue Entwicklungen einstellen zu können. Früher beispielsweise hatten wir weder Rechnungsnummern noch Kundennummern. Das habe ich mit eingeführt, damit eine vernünftige Zuordnung vonstattengehen konnte. Wir haben in den Lehrgangsunterlagen alles aufgezeichnet und von Hand abgehakt.

Die Rechenmaschine war damals ein treuer Begleiter für die Buchhaltung. Ist sie das heute noch?
Die Rechenmaschine habe ich immer noch hier stehen und benutze sie auch tatsächlich. Wenngleich vieles heute mit dem PC komfortabler zu lösen ist, achte ich aber stets darauf, bei überschaubaren Rechenoperationen auch mit dem Kopf zu arbeiten. Das hilft und hält geistig fit.

Treibt der Abschied vom Berufsleben Ende März 2019 Lachen und Weinen gleichzeitig in die Augen von Sabine Hein?
Auf jeden Fall.

Das heißt, es gibt schon Pläne für die Zeit danach?
Ja, denn man wird nicht mehr so zeitlich eingeschränkt sein, hoffe ich. Man wird auch nicht mehr so terminlich unter Druck stehen. Wenn man im Berufsleben steht, nimmt man sich oft Sachen für das Wochenende vor, die man dann nicht schafft. Ich denke, dass ich das im Ruhestand besser schaffe. Vor allem werde ich meinen Sport ausweiten. Ein schönes Kontrastprogramm zum tagelangen Sitzen am Schreibtisch im Büro. Außerdem werde ich mich mehr um meinen Enkel kümmern. Es wird einen Oma-Tag in der Woche geben, wo ich mit ihm etwas unternehmen kann.

Gibt es denn auch etwas, wo Sie sagen „Das wird mir fehlen“?
Tja, das wird wohl auch dieser Druck sein, der mir fehlen wird. Das ist eine zweischneidige Sache. Ich habe schon auch Angst, dass mir das fehlen könnte und man so vor sich hindümpelt. Das möchte ich auf gar keinen Fall, glaube aber nicht, dass das passieren wird. Denn ich habe mir auch viel vorgenommen in Sachen Renovierung zu Hause und Reisen. Da gibt es beispielsweise noch anhaltende Bekanntschaften aus gemeinsamen BZE-Tagen, mit denen ich immer wieder zusammen verreise. Das BZE verbindet eben.


Autor: Mark Alexander Krack
Ländermagazin Niedersachsen/Bremen
Handelsjournal Ausgabe 03/19